Gesteigerte Verkehrssicherheit

Wiener Linien - Österreich

Die „Wiener Linien“ sind nicht nur ein Verkehrsbetrieb für die Straßenbahnen in Wien, sondern betreiben auch einen umfangreichen Gleis- und Fahrzeugbau. Hier werden Bauteile aller Art nicht nur revidiert und ersetzt, sondern auch komplett selbst gefertigt. Die notwendige Genauigkeit und vollständige Dokumentation wird durch Messen auf der Werkzeugmaschine mit Messtastern und 3D Form Inspect Software von m&h sichergestellt.

Teilegrößen von 15 Metern Länge bis etwa Handtellergröße beschreiben das vielseitige Spektrum der zu bearbeitenden Bauteile in den Werkshallen des Oberbaus bei den Wiener Linien, dem Verkehrsbetrieb der Busse und Straßenbahnen in Wien. Als Oberbau bezeichnet man alle Schienenelemente und Weichen zwischen Untergrund und der eigentlichen Bahn.

Die Formgenauigkeit der Teile und die Fluchtung der Bohrungen zu messen, erforderte immer wieder viel Zeit und spezielle Lehren. Wegen der Verkehrssicherheit ist zudem eine peinlich genaue Dokumentation jedes Teiles vor seinem Einbau unabdingbar. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle Mitarbeiter in diesen Betrieben gelernte Metallfacharbeiter sind, sondern auch angelernte Kräfte beschäftigt werden, die auch schon einmal in einer Nachtschicht selbst entscheiden müssen, was zu tun ist. „Wo gehobelt wird fallen Späne bzw. passieren Fehler“, berichtet der zuständige Teamleiter, Karl Borek, seine Erfahrung. „Besonders in der Nachtschicht ist öfter mal was schief gegangen.“

Wiener-Linien-Machine-Tool-Probe Weil eine Maschine mit einem Messtaster von m&h ausgerüstet war, lag es nahe, sich nach Möglichkeiten des Messens auf der Maschine umzusehen. Dabei kam es auf einfache Bedienbarkeit und hohe Prozesssicherheit ebenso an, wie auf die vollständige Dokumentation aller Messergebnisse. All dies kann die Software 3D Form Inspect von m&h leisten, nachdem man mit wenigen Mausklicks auf einer Flächendarstellung des CAD konstruierten Werkstückes die Punkte und Messfunktionen ausgewählt hat. Die Software erstellt automatisch das Verfahrprogramm für den Messtaster in der Maschine und prüft gleichzeitig, ob Kollisionsgefahr mit den Teilekonturen besteht. Automatisch wird dem Programm auch eine kurze Kalibrierung vorangestellt, um alle aktuellen thermischen und kinematischen Einflüsse auf den Maschinen zu erfassen und bei den Messwerten einzukalkulieren. Binnen weniger Minuten liegen die Ergebnisse sowohl als Bildschirmdarstellung, als auch als Protokoll vor, das in unterschiedlichen Formaten ausgedruckt oder weitergegeben werden kann.

Auf den ersten Blick kann der Bediener erkennen, ob die Messpunkte in den vorgegebenen Toleranzen liegen oder nicht. Im Zweifelsfall kann er sofort reagieren und den Bearbeitungsvorgang mit geeigneten Werkzeugen oder mit geänderten Programmen wiederholen, bzw. nacharbeiten. „Früher gab es eine Zeichnung als Arbeitsbasis“, schildert Karl Borek die Vorgehensweise. „Mit dem Taschenrechner wurden Funktionen, Winkel und ähnliches berechnet und dann manuell gemessen. Das war sehr zeitaufwändig. Die gemessenen Werte wurden auf Zetteln notiert und später übertragen.

Da waren Fehler schnell passiert. Heute macht dies alles das Programm und dokumentiert gleich alle Ergebnisse.“ Genutzt wird die m&h Software von allen Mitarbeitern in allen Schichten. Die Bedienung ist so einfach, dass ein Tag Einweisung vor Ort genügten.

With one licence of m&h 3D Form Inspect software Mit nur einer Lizenz der Software 3D Form Inspect von m&h werden derzeit zwei Maschinen der Hersteller Kekeisen und Alzmetall mit unteschiedlichen Steuerungen von Heidenhain angesteuert. Während auf dem kleineren Bearbeitungszentrum ein m&h Taster mit Infrarot-Datenübertragung arbeitet, verfügt die größere Maschine über einen Taster mit Funkübertragung. Herr Borek lobt die völlig problemlose Handhabung der Taster von m&h: „Das können Kinder“, sagt er. Auch den Service bei m&h und im Ernstfall die schnelle Versendung von Leihtastern kann er nur loben: „Man findet immer einen freundlichen Ansprechpartner und es geht Ruck-Zuck.“ Ein wichtiger Aspekt im produzierenden Betrieb, weil meist die Zeit drängt, wenn mal was schief gegangen ist.

Um die Bearbeitungszentren besser zu nutzen, hat man Fremdarbeiten für andere Betriebsteile übernommen. Insbesondere die Abteilung Fahrzeugbau, wo Neufahrzeuge gebaut und im Einsatz befindliche gewartet und regelmäßig revidiert werden, freut sich über die neuen Möglichkeiten bei den Kollegen vom Oberbau. Mehr und mehr Bauteile werden nun hier in einem Arbeitsgang auf den Maschinen bearbeitet, gemessen und dokumentiert.

Bei unserem Hauptwerkstück haben wir mindestens 50 % der Prozesszeit je Werkstück eingespart!

Für eine „Querspange“ genannte Portalbrücke in den Fahrwerken der modernen Niederflurwagen der Wiener Linien, ist dieser Prozess zwischenzeitlich sogar der entscheidende Vorgang bei der Fahrzeugrevision. Dieses, im Fahrbetrieb statisch und dynamisch stark belastete, Bauteil wird bei jeder Hauptuntersuchung ausgebaut und auf die Werkzeugmaschine genommen. Dort werden bestimmte Schlüsselstellen auf Verformung und Verschleiß gemessen und anhand der Ergebnisse entschieden, ob nicht bearbeitet werden muss, nachbearbeitet oder gar ausgetauscht wird. „So konnten wir die Revisionsarbeiten vereinfachen und wesentlich verkürzen“, freut sich Karl Borek. „Das Messprotokoll wird praktisch mit einem Knopfdruck an die zuständigen Kollegen übertragen, die sofort entscheiden können, was getan werden soll.

„Unser Prozess wurde so unvergleichlich vereinfacht, dass ich es kaum in Worte fassen kann“, sagt er mit Überzeugung. „Bei unserem Hauptwerkstück haben wir mindestens 50 % der Prozesszeit je Werkstück eingespart! Gleichzeitig haben wir eine fehlerfreie und viel bessere Dokumentation.“ Neben der Prozesssicherheit freut er sich über die deutlich gestiegene Wiederholgenauigkeit: „Jetzt wird endlich wirklich immer der gleiche Punkt gemessen. Das war vorher nicht sicher.“

Die Einführung der Software von m&h hat nicht nur die Prozesszeit halbiert, sondern auch für eine deutliche Steigerung der Produktionssicherheit geführt. Die gesteigerten Möglichkeiten führen zu einer intensiveren Nutzung der Maschinen, auch und vor allem durch andere Betriebsteile. Dank der automatisch damit verbundenen Dokumentation der Werkstücke, trägt das Messen auf der Werkzeugmaschine auch zur Verkehrssicherheit der Fahrzeuge bei.

Case Study Wiener Linien

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