Wirtschaftliche Qualität für alle

Geberit - Schweiz

Mit der Einführung einer Serverlizenz der MessSoftware 3D Form Inspect von m&h hat Geberit die Formenbaubetriebe dreier Werke in zwei Ländern softwareseitig vereinheitlicht und allen Beteiligten den gleichen Funktionsumfang zur Verfügung gestellt. Ziel war es, die Fertigungsmittel über die Werke weiter zu harmonisieren, die Lizenzen im Konzern besser auszunutzen und dadurch Unterhalts- und Wartungskosten zu senken.

Geberit ist europäischer Marktführer in der Sanitärtechnik und allseits bekannt mit ihren Spülkästen und Betätigungsplatten. Die Firmenzentrale befindet sich im schweizerischen Rapperswil-Jona am Zürichsee, wo auch der Grossteil der Produktentwicklung angesiedelt ist. Produziert wird in 15 spezialisierten Werken in Europa, Asien und Nordamerika. Die wichtigsten 3 Produktionswerke verfügen über eigene Werkzeugbauabteilungen, die bislang weitgehend eigenständig und unabhängig gearbeitet und investiert haben.

Im Rahmen der Bemühungen um eine einheitliche IT Infrastruktur im Konzern, zeigte sich das übliche Dilemma der Vielfalt an Systemen und Software Versionen, die zueinander oft nicht kompatibel sind. Eher zufällig fiel auf, dass die Formenbaubetriebe in Jona, im deutschen Langenfeld und in Pfullendorf Messtaster und die Software 3D Form Inspect von m&h im Einsatz haben. An allen Standorten wurden unterschiedliche Module und unterschiedliche Versionen der Software eingesetzt und es gab jeweils eigenständige Softwarepflegeverträge.

Weil unisono Softwaretools und Hardware von m&h nicht nur gelobt werden, sondern täglich im Einsatz sind und ebenso täglich unverzichtbar für gehobene Qualität bei gleichzeitig reibungslosem Fertigungsdurchlauf sorgen, sind nun die Versionen überall auf den gleichen Stand gebracht worden. „Ziel war die Harmonisierung der Softwareumgebung in allen Teilbetrieben“, schildert Jürg Huber, verantwortlicher Leiter aller CAX-Services bei Geberit. „Nun haben wir mit m&h einen einheitlichen, zentralen Vertrag, wobei die Werke mit lokalen Clients arbeiten, sich aber die Lizenz auf einem zentralen Server in Rapperswil-Jona holen“. Die Lizenzabfrage bewirkt keine Zeitverzögerungen. Möglich wurde dies mit der neuesten Softwareversion von m&h, die auch als Serverversion erhältlich ist, womit m&h einem oft geäußerten Kundenwunsch nachgekommen ist. Mit der Serverversion der Software 3D Form Inspect erfolgt nur das Lizenzmanagement zentral, die Erstellung und Verwaltung der Messdaten sowie die Pflege der Daten liegen in der Verantwortung der Werke und erfolgen dezentral. Insgesamt wird das Unternehmen flexibler und wirtschaftlicher, weil keine unnötigen Lizenzen gekauft werden müssen. Sobald sich ein Anwender aus der Softwareanwendung abmeldet, kann die frei werdende Lizenz von einem anderen Arbeitsplatz, egal wo, genutzt werden.

Wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die m&h Taster und die m&h Software auf nahezu allen Maschinen und mit nahezu allen markt- gängigen Steuerungen funktionieren. Darüber hinaus ist die Software in vielen Sprachen erhältlich. Schließlich sind die Arbeitsumgebungen in international tätigen Betrieben meist nicht homogen, sondern in vieler Hinsicht vielfältig. So wird in den hier beschriebenen drei Werken von Geberit auf Maschinen unterschiedlichster Hersteller, nämlich DMG, Hermle und Mikron gearbeitet. Neben Heidenhain-Steuerungen ist auch Millplus im Einsatz. Die m&h Software ist sehr universell und arbeitet auch mit Steuerungen von Siemens, Fanuc, Fidia, Andron, und vielen anderen.

Während im Geberit Werk Langenfeld vornehmlich Gesenke für die Metallumformung gebaut werden, stellt der Werkzeugbau Pfullendorf hauptsächlich Formen für den Bereich Sanitärsysteme her (z.B. Spülkästen, Ventile etc.). Der Werkzeugbau am Standort Jona hingegen ist ausgerichtet auf die Herstellung von Werkzeugen für die Produktion von Formstücken für Rohrleitungssysteme aber auch für Betätigungsplatten. Unterschiedliche Anforderungen also, aber alle hatten sich unabhängig voneinander für m&h entschieden. Mit der Vereinheitlichung stehen nun allen Betrieben alle bisher gekauften Softwaremodule zur Verfügung, was die Einsatzmöglichkeiten allseits erweitert.

So kann nun auch in Jona das Modul „Best Fit“ eingesetzt werden, was die Rüstzeiten deutlich senken und die erreichbare Genauigkeit steigern wird. Dieses Modul tastet eine Werkstückkontur an vorgegebenen Punkten ab, um die tatsächliche Lage des Werkstückes zu erfassen. Dann wird steuerungstechnisch der Nullpunkt und die Ausrichtung des Bearbeitungsprogramms der tatsächlichen Lage angepasst. Dies ist besonders wichtig, wenn vorgefräste Formeinsätze, z.B. nach dem Härten, neu gerüstet und fertigbearbeitet werden. Mit dem Antasten der Kontur wird der Härteverzug miterfasst und miteinkalkuliert. Auch bei Reparaturen von Formen kann so wesentlich schneller gerüstet werden. Frästiefen und Bearbeitungszeiten lassen sich so minimieren, ohne das Risiko, ins Leere zu fräsen.

Im Geberit Formenbau in Jona wurden bisher nur fertig bearbeitete Werkstücke mit der m&h Soft- ware 3D Form Inspect noch in der Aufspannung kontrolliert. Dazu wurden die Programme in der Arbeitsvorbereitung erstellt. „Das Messen mit m&h spart enorm viel Zeit“, sagt Daniel Wilhelm, der Leiter der AV im Werkzeugbau von Geberit. „Früher haben wir gefräst, erodiert, von Hand vermessen; oftmals mit speziell angefertigten Messmitteln. In 50% aller Fälle mussten wir anschließend noch einmal auf die Maschine“ schildert er den alten Zustand. „Dagegen sparen wir heutzutage bis zu 3 Tage pro Kavität ein!“ 

In dem mittlerweile auch teilklimatisierten Werkzeugbau, versucht man, wo immer möglich, das Erodieren einzusparen und fräst mit HSC-Technik die Werkstücke fertig. Die Kontrolle mit m&h, noch in der Aufspannung tut ein Übriges, Zeit zu sparen und genauer zu arbeiten. Demnächst soll ein Rechner in der Werkstatt den Bedienern die Möglichkeit eröffnen, auch jederzeit zwischen den einzelnen Arbeitsschritten mal kurz zu messen. Schließlich benötigt die m&h Software nur wenige Mausklicks um automatisch und schnell ein Messprogramm zu erstellen, das dann an der jeweiligen Maschine aufgerufen werden kann und innerhalb von Minuten einen Soll-IstVergleich am Werkstück durchführt. Die deutschen Geberit - Werke haben damit bereits beste Erfahrungen gemacht

„Für uns gab es von Anfang an nur positive Aspekte“, schildert Daniel Wilhelm. Nachdem zu Beginn der Installation die Anpassungen mit dem bei Geberit verwendeten CAD System CATIA gelöst waren, funktioniert die Software klaglos. Nun sollen auch in Jona mehr und mehr Möglichkeiten genutzt werden. „Die neue Funktion des Messens von Kegelflächen ist eindrücklich“, schwärmt Daniel Wilhelm.

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