Messung der geometrischen Eigenschaften der Weltraumfrachter ATV

SETIS - Projekt ATV - Frankreich

Das Abenteuer begann 1951, als Herr Degaud ein „herkömmliches“ Ingenieurbüro für Vermessung in Grenoble gründete. Die Olympischen Spiele von 1968 sorgten für den Aufschwung des Unternehmens, das heute mit 120 Beschäftigten das grösste Büro der Region ist. In den sechziger Jahren war die Firma im Rahmen der Olympischen Spiele mit der Vermessung von Stadien, Bob- und Schlittenpisten oder der Sprungschanze beauftragt und setzte hierzu ein aussergewöhnliches Werkzeug ein, das damals seiner Zeit voraus war - den Theodolit von Wild. Die Firma SETIS, die zur Degaud-Gruppe gehört, ist ihrem ersten Theodolit-Lieferanten – heute Leica Geosystems – treu geblieben und kaufte zwischen 1992 und heute alle Generationen von Laser Trackern der Gruppe: vom SMART 310 bis hin zum ganz neuen Leica Absolute Tracker AT401 sowie einen Leica Absolute Tracker AT901 und dazu Leica T-Probe und Leica T-Scan.

Die von SETIS abgedeckten Tätigkeitsfelder lassen einen Willen zur Diversifizierung in den Bereichen Nuklearindustrie, Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie sowie Forschung und Entwicklung erkennen. SETIS arbeitet für grosse Kunden wie Airbus, DACIA, EDF, das CERN und AREVA und betreut renommierte Projekte wie den LHC, den ITER und auch das Projekt ATV.

Der Weltraumfrachter ATV (englisch: „Automated Transfer Vehicle“‎‎) ist ein von der Europäischen Raumfahrtorganisation entwickeltes Raumfahrzeug für die Versorgung der internationalen Raumstation (ISS). Dieser Weltraumfrachter ist in der Lage, automatisch an der Station anzudocken, und kann bis zu 7,7 Tonnen Fracht transportieren. Der 9,79 Meter lange ATV hat einen Durchmesser von 4,48 Metern und eine Leermasse von 10,47 Tonnen.
Der Frachter wird durch 3 Achsen stabilisiert. Der ATV nutzt ein GPSSystem, um seine Position zu kontrollieren. Zwei Sternsensoren kommen zum Einsatz, um Veränderungen der Ausrichtung zu erkennen. Auf der Seite des Andocksystems ist der ATV mit der erforderlichen Ausrüstung für das Rendezvous-Manöver mit der Raumstation im automatischen Modus ausgestattet. Zwei Telegoniometer messen kontinuierlich die Entfernung zwischen der Station und dem Weltraumfrachter. Zwei Videometer senden Laserimpulse auf Ziele, die auf der Station angebracht sind, um die Entfernung und die Ausrichtung der Raumstation zu ermitteln. In der Bauphase des Raumfahrzeugs war SETIS im Auftrag von Astrium für die Messung der geometrischen Eigenschaften der Teile verantwortlich. Das Projekt wurde in einem 600 m langen und speziell hierfür ausgestattetem Gebäude durchgeführt. 

Hier wurden mithilfe von Schienen Modelle des Versorgungsfahrzeugs und der Raumstation realisiert. Die Herausforderung bestand in der Definition der Schnittstelle für die Ausrichtung der verschiedenen Ebenen und in der anschliessenden Validierung und Konsolidierung der Messungen. Diese wurden mit einem Laser Tracker von Leica Geosystems in Verbindung mit Reflektoren und Spezialwerkzeugen (Kanalmessstab) durchgeführt. Mit den Ergebnissen konnten in den Bordcomputer des Raumfahrzeugs in einer Harmonisierungsphase Korrekturen und Anpassungen eingegeben werden.
Das Fazit von Laurent Blanc, dem Verantwortlichen bei SETIS: „Die Produkte von Leica Geosystems haben bei diesem prestigeträchtigen und anspruchsvollen Projekt wieder einmal ihre aussergewöhnliche Präzision, Benutzerfreundlichkeit, Portabilität und Stabilität unter Beweis gestellt. » 
 

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